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Montag, 26. Juni 2017
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Die Bettlacher Feuerwehr hat ihr 200 Jahr Jubiläum – das will gefeiert werden
Andreas Toggweiler
(Foto: Andreas Toggweiler)



Die Feuerwehr feiert ihr 200-Jahr-Jubiläum mit diversen Aktivitäten. Am Samstag wird u.a, die Jubiläums-Hauptübung um 13 Uhr stattfinden.


Sind das effektiv 200 Jahre, seit die Feuerwehr Bettlach zu existieren begonnen hat, fragt man sich unwillkürlich. Doch Feuerwehrkommandant Patrik Gfeller hat gut recherchiert. «Man kann es nicht auf Jahr und Tag genau festmachen, doch in dieser Zeit sind im Kanton viele Feuerwehren entstanden.

Als er auf dem ältesten Bettlacher Spritzenhüsli auf die Jahrzahl 1863 stiess, sei ihm bewusst geworden, dass die Feuerwehr eine reiche Geschichte haben musste. Aus diversen Quellen liess sich diese festmachen und Gfeller hat für das Jubiläum die verfügbaren Informationen in einer kleinen Chronik zusammengestellt.

Schon 1762 musste jede Gemeinde eine Feuerwehrspritze haben. «1811 trat dann die erste Verordnung in Kraft, wonach Spritze, Eimer und Feuerwehrschläuche vorgeschrieben waren», so Gfeller weiter.

Dort waren diverse Funktionen festgeschrieben, wie Leiterträger, drei Feuerläufer, Feuerschauer, Dorfwächter etc. Letzterer hat im Brandfall die Feuerglocke zu läuten. Feuerwehren bis zum Umkreis von drei Stunden waren hilfspflichtig und wurden durch Feuerreiter aufgeboten.

Erste Spritze 1820

1820 wird in Bettlach die erste Spritze protokollarisch erwähnt. 1824 wurde erstmals in einem Gemeinderatsprotokoll die Feuerwehr selber erwähnt; es sollten 50 Paar Schuhe und 15 Meter Schlauch beschafft werden. «Es steht fest, dass eine Organisation nötig war für Ausbildung und Einsatz», folgert Gfeller.

Letztlich wurde 2012, gestützt auf diese Erkenntnisse, durch die Feuerwehrkommission das Gründungsjahr der Feuerwehr Bettlach auf 1816 festgelegt. «Und das feiern wir jetzt mit einem Fest», freut sich Gfeller, der die Feuerwehr seit 2010 kommandiert.

1825 wurde ein erster Einsatz der Feuerwehr Bettlach in Selzach (18. März 1825) registriert und verdankt. Aus dem Jahr 1843 stammt der älteste noch erhaltene Feuerwehreimer. Der schön verzierte Ledereimer (Privatbesitz) ist in einer Spezialausstellung zu sehen, welche am Samstag im Adamhaus eröffnet; kuratiert und gestaltet von Paul Bischof.

«Obwohl wir von der Bevölkerung leider wenig Objekte erhalten haben, ist doch einiges zusammengekommen», freut sich Beat Leimer, Präsident des Historischen Vereins Bettlach. Zu sehen sind unter anderem zahlreiche Fotos und Filme der Einsätze der letzten Jahre, Ausrüstungsgegenstände und Dokumente wie Dienstbüchlein und Reglemente. Nicht fehlen darf eine kleine Anekdotensammlung.

Von der Familie gehütet und jetzt der Feuerwehr vermacht worden ist ferner die Uniform von Feuerwehrkommandant Gottlieb Mägerli, welcher die Truppe von 1940 bis 1946 leitete. Auch sie ist in der Ausstellung zu sehen.

Streik für mehr Sold

Zurück zur Geschichte: 1843 war auch ein Jahr, als die Feuerwehr für mehr Sold streikte (und diesen auch erhielt). Bettlach hatte damals drei Löschweiher, die in den Giglerbach entleert werden konnten.

1882 wurde eine kantonale Verordnung erlassen, wonach alle Gemeinden eine Feuerwehr haben müssen. Vier Jahre später, am 26. April 1886, ereignete sich in Bettlach ein Dorfbrand, dem mehrere Bauernhäuser zum Opfer fielen und die Familien obdachlos machte.

Sogar die Kirche war vom Feuer bedroht. 8 auswärtige Feuerspritzen waren im Einsatz, darunter 3 aus Grenchen und eine aus Selzach. Später wurde Brandstiftung festgestellt.

Ein Jahr später wurde die erste Wasserleitung im Dorf mit Unterflurhydranten eröffnet. 1906 war das ganze Dorf mit Wasser erschlossen und mit 13 Hydranten – heute sind es über 200. 1915 wird das erste Hochwasser erwähnt. Jahrhundert-Hochwasser wurden sodann in den Jahren 2000 und 2007 verzeichnet.

1971 wurde ein neues Feuerwehrmagazin an der Jurastrasse 10 eröffnet, das Platz für mehrere Fahrzeuge, Feuerwehrmaterial sowie einen Theorieraum und WCs umfasst.

In Gfellers Chronik sind sodann mehrere Brände in den 90er- und Nullerjahren dokumentiert, darunter das «Bahnhöfli» (2011), der Burghof (1990) sowie Hilfseinsätze bei der Rotoflex (Grenchen, 2005) und im mittleren Brüggli (Selzach, 2012).

Räucherkammer geleert ...

Heute hat die Bettlacher Feuerwehr einen Bestand von 53. Die bisher neueste Anschaffung der Feuerwehr ist das Tanklöschfahrzeug von 2013. Es löste das erste neu gekaufte TLF ab, das seit 1988 im Dienst war.

Zum Schluss noch eine Anekdote: In der 1930er-Jahren brannte im Ried ein Bauernhof ab. Die Bettlacher Feuerwehr konnte alle Personen, die Tiere und einen Teil von Hab und Gut vor den Flammen retten. Sie münzte dies allerdings um zu «Hab es gut»: Im allgemeinen Tohuwabohu leerten sie nämlich die Räucherkammer und versteckten das erbeutete Fleisch unter den Rhabarberblättern. Die Sache flog auf und man sah sich wieder vor den Schranken des Amtsgerichtes Solothurn.


(Quelle: Grenchner Tagblatt, 19.10.2016)
19.10.2016 | Burkhard Corinne
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