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Nah trotz Corona: Bettlacher Alterszentrum bietet eine Besucherbox an
Grenchner Tagblatt
(Foto: zvg)


Die Verantwortlichen des Alterszentrums Baumgarten haben vorgesorgt und bieten den Bewohnerinnen und Bewohnern ab Montag, 20. April 2020 eine Besuchsmöglichkeit an – mit der Besucherbox. Sie folgen damit einem Thurgauer Beispiel.

Besuche in Alters- und Pflegeheimen sind seit dem 16. März 2020 untersagt. Diese Tatsache wird auch nach Bekanntwerden der neuesten bundesrätlichen Beschlüsse zur Lockerung der Massnahmen vorerst so bleiben. Das bedeutet für die Bewohner keine Besuche, keine physischen Kontakte zu Familie, Freunden oder Bekannten, keine Ausflüge.

Die Verantwortlichen des Alterszentrums Baumgarten in Bettlach nehmen sich eine Thurgauer Institution als Beispiel und stellen ab nächster Woche den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Möglichkeit für Besuche zur Verfügung. Eine eigens dafür erbaute Besucherbox macht dies möglich.

Verantwortliche und Handwerker haben Ideen kreiert und setzen um. Zurzeit wird die Besucherbox eingebaut, wie Geschäftsleiterin Monika Eichelberger mitteilt. Wie diese funktioniert? Im geschlossenen Windfang des Baumgartens wird eine Art Kabine aus Holz gegen die Glaswand zum Innenbereich gestellt. Diese Kabine wird der besuchenden Person von aussen zugänglich gemacht. Von innen wird eine zweite gleiche, hindernisfreie Kabine für die Bewohnerin oder den Bewohner dagegen gestellt. Beide Kabinen werden mit einer Gegensprechanlage, einer Ablage und einer Sitzmöglichkeit ausgerüstet. So können Besuche mit Blick- und Hörkontakt unter Einhaltung der Vorgaben stattfinden. Die sichere Glaswand des Windfangs ist dazwischen. Besuche werden auf Anmeldung geplant und organisiert. Die Einhaltung von Hygieneregeln ist eine Selbstverständlichkeit.

«Unglaublich hohes kreatives Potenzial»

Die Zentrumsleitung berichtet auch noch über das momentane Leben im Baumgarten. Der Lebensraum beschränke sich auf die Räumlichkeiten und auf einen definierten Bereich in der unmittelbaren Umgebung des Hauses. Das Leben hinter den geschlossenen Türen sei jedoch nicht eintönig geworden. Dies, obwohl die Regeln von sozialer Distanz und Gruppengrössen von 5 Personen eingehalten würden und seit einigen Tagen sämtliche Mitarbeitenden im direkten Bewohnerkontakt auch Schutzmasken tragen würden. «Dennoch bietet genau diese anspruchsvolle Situation unglaublich hohes kreatives Potenzial», meint Monika Eichelberger. Täglich würden Aktivitäten stattfinden, wie sie normalerweise kaum möglich wären. Die kleinen Personengruppen würden viel Individualität zulassen. «Es finden spontane Aktivitäten statt, welche oft auf die Initiative Einzelner, jedoch für die Umsetzung in der interdisziplinären Zusammenarbeit beruhen.»

So wurden in den letzten Wochen Blumentröge bepflanzt, die Ostern vorbereitet, mit teaminterner Schwyzerörgelimusik unterhalten, persönliche Karten an Angehörige geschrieben und Brätzeli gemacht. Auch Alpakas waren einmal zu Besuch. (mgt/ldu)

(Quelle: Grenchner Tagblatt, 17.04.2020)
17.04.2020 | Lützelschwab Lea
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